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PARTIZIP: Das ist nicht ihr Ernst!
Kai Pflaume:
Ich habe das selber gar nicht registriert, meiner Mutter ist es aufgefallen. Ich glaube, es war ein Titelbild zum Muttertag, ich hatte einen Strauss Blumen in der Hand, so, dass von der Faust her dieser Finger direkt zu sehen war. Und die haben mir wirklich in der Nachbearbeitung einen Finger daran gebastelt, das ist hart, nicht? Das passte ihnen irgendwie nicht in den Kram und dann haben sie das Problem einfach behoben.
PARTIZIP:
Menschen, denen wesentlich mehr Gliedmassen fehlen, essen zum Teil mit den Füssen. Können Sie sich vorstellen, dass Menschen wegen solcher Dinge das Restaurant verlassen, oder bei ihrem Reiseveranstalter um Preisnachlass wegen verminderter Urlaubsfreuden klagen?
Kai Pflaume:
Ich kann mir schon vorstellen, dass so etwas passiert, weil ich weiss, wie viele verrückte und kranke Leute es gibt, aber ich habe überhaupt kein Verständnis dafür. Das ist eine solche Intoleranz und Ignoranz, die völlig ihresgleichen sucht.
PARTIZIP:
Was bedeutet Ihnen ein gesunder, funktionstüchtiger Körper?
Kai Pflaume:
Ein besonders funktionstüchtiger Körper ist natürlich wichtig. Er hat für mich viel mit meinem Beruf zu tun, dass ich ihn so ausüben kann, wie ich es jetzt im Moment mache.
PARTIZIP:
Können Sie sich vorstellen, eine Unterhaltungsshow vom Rollstuhl aus zu moderieren?
Kai Pflaume:
Ich kann mir das grundsätzlich schon vorstellen, aber das ist auch eine Frage der Akzeptanz des Zuschaürs. Ich weiss nicht, ob der Zuschaür das so akzeptieren würde. Es gibt überhaupt keine Erfahrungen. Ich wüsste nicht, dass es irgendwo einen Moderator gibt, der im Rollstuhl sitzt und eine Unterhaltungsshow moderiert. Es wäre vielleicht etwas anderes, wenn jemand, der vorher schon im Fernsehen gearbeitet hat, z.B. durch einen Unfall im Rollstuhl sitzt und dann wiederkommt. Aber wenn sich heute ein Rollstuhlfahrer als Moderator bewerben würde, dann gäbe es, glaube ich, so viele, wahrscheinlich unbegründete Vorurteile der Verantwortlichen, dass es gar nicht dazu kommen würde, es auszuprobieren.
PARTIZIP: Haben Sie schon oft behinderte Kandidaten bei
"Nur die Liebe zählt" gehabt? Wie sieht das Publikum diese Kandidaten?
Kai Pflaume:
Also das ist ein Thema, das wir schon mehrfach gehabt haben. Das war nie ein Problem. Es war aber auch nie ein Thema für uns, nur weil einer von beiden im Rollstuhl sitzt, ich glaube, wir würden damit niemandem einen Gefallen tun. Das ist für uns eine Liebesgeschichte, wobei es dabei völlig zweitrangig ist, ob da einer von beiden oder beide im Rollstuhl sitzen oder nicht. Für unsere Zuschaür war das auch nie so, dass sie etwa gesagt haben, das schaü ich mir nicht an, so etwas war weder spürbar noch gab es irgendwelche Reaktion. Genauso wenig haben wir gesagt, nun schaün sie gut hin, also wie gesagt, da ist für uns einfach Normalität gefragt und angesagt.
PARTIZIP:
Können Sie sich für sich selbst eine behinderte Partnerin vorstellen, abgesehen davon, dass sie bereits vergeben sind?
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