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Partizip Illustrierte / Interview  Sladdi und Harry ( Big Brother )

Sladdi & Harry

Ralph Buesing und Sladdi im Gespraech

Zwei Big Brother Helden

Sie haben es erlebt, waren dabei. Zlatko in der ersten, Harry  in der zweiten Staffel. Eine Woche, bevor bekannt wurde, dass mit Thomas der  erste Rollifahrer in den Container einzieht, fragte PARTIZIP bei den beiden Heros nach.

Harry im Gespraech mit Ralph Buesing

PARTIZIP: Was hieltet ihr davon, wenn jemand im Rollstuhl im Container wohnt?

Harry: Ich finde das gut, warum nicht? In der dritten  Staffel sind ein bisschen mehr verschiedene Charaktere, warum nicht ein  Behinderter.

Zlatko: Ja natürlich, das Leben im Container spiegelt ja  nur das wahre Leben wider, nur unter erschwerten Verhältnissen, und wenn da noch  ein Körperbehinderter dabei wäre, es noch ein bisschen schwieriger, aber auch  reizvoller.

PARTIZIP: Würde das auch funktionieren, wenn der behinderte Bewohner mehr körperliche Hilfestellungen benötigt oder wäre das für diese Ausnahmesituation eine zu starke Belastung?

Harry: Also so, wie ich Behinderte kennen gelernt habe,  wollen die ja nicht, dass ihnen jeder hilft, sie wollen eigentlich ihr Ding alleine machen. Ich denke,in den Container sollte keiner rein, der sich nicht  ganz alleine helfen kann. Ich denke mal, der könnte die seelische Belastung da drin nicht ab, wenn ständig jemand an ihm rumfummelt, und die Mädchen würden an  ihm rumfummeln.

Ralph Buesing und Harry

PARTIZIP: Meinst du, das ist eine Art überzogener Mutterinstinkt?

Harry: Ja, jeder will draussen besonders gut da stehen, ich  denke mal, das wird sich dann auf den Behinderten konzentrieren, dass jeder ihn  so gut wie möglich betüddeln wollte.

PARTIZIP: Was sagst du, Sladdi?

Zlatko: Wenn in unserer Staffel ein Behinderter gewesen wäre, hätte das, das komplette Verhältnis züinander, zu allen Bewohnern, noch  ein bisschen verstärkt. Dann hätte es so etwas nicht gegeben, wie: "so, heute spülst du, morgen spülst du". Da hätte sich keiner hingestellt und gesagt: "Wir  machen jetzt ´ne Liste, der muss heute, z.B. mit Michäl, der ist  körperbehindert, helfen", das wäre automatisch gekommen, die Leute wären da und müssen helfen.

PARTIZIP: Habt ihr in eurem Freundes- oder Bekanntenkreis irgendeinen Bezug zum Thema Behinderung?

Zlatko: Es hätte so sein können, dass eventüll eine  Behinderung entstanden wäre. Mein Bruder ist vor 8 Jahren aus 18 m Höhe auf den Boden gestürzt, direkt auf den Kopf, Schädelbasisbruch, Gehirnblutung und ich  weiss nicht was noch alles. Mein Erfolg gälte heute gar nichts mehr, wäre das zustande gekommen. Die Ärzte haben gesagt, er hat 500 Schutzengel gehabt, aber  es hätte auch passieren können, dass es zu einer Behinderung gekommen wäre. Seitdem sieht die Sache bei mir etwas anders aus.

Harry: Ja, ein Arbeiter hat immer für mich gearbeitet und war schwer behindert. Er hat nur einen Arm. Er ist ein Freund geworden im Laufe der Zeit.

PARTIZIP: Zlatko, Familie ist für dich das wichtigste?

Zlatko: Das ist richtig. Vor 5 Jahren habe ich meinen Vater, der erst 42 Jahre alt war, verloren. Ich war 20 und musste schon in jungen Jahren die Vaterrolle übernehmen. Mit 20 hat man eigentlich ausser Blödsinn  nichts im Kopf, doch da kam bei mir der Umschwung und es gab nur noch die  Familie.

PARTIZIP: Kannst Du Dir eine behinderte Partnerin für Dein  Leben vorstellen?

Zlatko: Ich denke mal, wenn man eine Partnerin hat, die vorher gesund war, und dann durch einen blöden Zufall, eine Krankheit oder einen  Unfall behindert wird, wäre es für mich kein Grund, zu sagen, "Ne, das kann ich nicht". Das ist selbstverständlich. Mein Gott, die Liebe kann überall hinfallen.  Wenn man sich in eine Körperbehinderte verlieben wärde, kann man nichts dagegen tun.

Sladdi aus der ersten Staffel

PARTIZIP: Du machst den Eindruck eines sehr körperbewussten, körperbetonten Menschen, dem Körperlichkeit sehr wichtig ist. Darum meine Frage?

Zlatko: Aber so jetzt, denke ich mal, gibt es wenige  Menschen, die sagen würden, ja ich suche mir jetzt einen Partner aus, der behindert ist. Verstehst Du, wie ich das meine. Aber wenn es so kommen würde,  dann war es geplant. Ich sage immer, wenn der Gott nicht gewollt hätte, dass ich jetzt heute hier bin, würe das nicht passiert.

PARTIZIP: Bist Du gläubig?

Zlatko: Ja. Ich glaube. Alles was mir im Leben passiert,  ist vorbestimmt. Zwar ist jeder seines Glückes Schmied, aber meistens haben wir es nicht mit Glück zu tun, sondern einfach mit Bestimmung.

PARTIZIP: Bestimmung, Glaube, hat das auch mit Kirche zu  tun?

Zlatko: Das sind zwei Paar Stiefel. Ja, Kirche und Glaube ist für mich was ganz anderes. Ich kann glauben und muss nicht in die Kirche gehen. Weil der Glaube von innen kommt, und kirchentechnisch, ich weiss nicht, es  gibt heutzutage so viele Kirchen, wo es dann um Kriege geht, also von daher ist da nicht genug Glaube.

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